Schlagwort-Archive: Soziale Netzwerke

Zum Stand von Digitalisierung & Vernetzung und deren Entwicklung in der Zukunft

Die im Februar veröffentlichte Studie „LIFE – Digitales Leben“ stellt die Ergebnisse einer Befragung von 10.545 Konsumenten sowie 56 Experten zu ihrem Umgang mit und der Bedeutung von digitalen Medien dar. Die Befragung erfolgte in Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Südkorea und den USA und wurde von Prof. Dr. Thomas Hess mit Begleitung der Deutschen Telekom durchgeführt.

Die Studie geht zum einen der Frage nach, wie sich der Umgang der Konsumenten mit den digitalen Medien in der heutigen Zeit gestaltet und wie er in Zukunft aussehen wird. Zum anderen wird die Vernetzung durch die digitalen Medien in verschiedenen Lebensbereichen betrachtet. Dazu zählen die folgenden Bereiche: Freizeit und Wohlbefinden, Familie und Freunde, Arbeiten und Lernen, Materielles und Finanzielles, Sicherheit, Gesellschaft und Gemeinschaftsleben sowie Gesundheit und Fitness.

Somit zählen zu den Schwerpunkten der Studie nicht nur das Herausarbeiten des aktuellen Stellenwertes der digitalen Medien in unserem Leben, sondern auch der zeitlichen Veränderung von Digitalisierung und Vernetzung sowie der Ansprüche an die Telekommunikationsangebote. Auf Grund der Befragung in den unterschiedlichen Ländern können auch internationale Vergleiche aufgestellt werden.

Bei den Konsumenten werden drei Gruppen unterschieden: Die Digitale Avantgarde, zu der 18,9 % der Deutschen zählen, der Digitale Mainstream (47,7 %) und die Digitalen Nachzügler (33,4 %).  Diese Gruppen unterscheiden sich in Bezug auf die Nutzung der digitalen Medien. An Hand des Vergleichs der Ergebnisse mit der Gruppe der Digitalen Avantgarde können der Studie nach mögliche Tendenzen für zukünftige Entwicklungen in den einzelnen Lebensbereichen abgeleitet werden.

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

–   Für 85 % der Deutschen ist der Umgang mit den digitalen Medien ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens. Dabei schätzen     50 % den mobilen Zugriff auf die technischen Geräte.

–  64 % der Deutschen gaben an, dass die heutigen Internetangebote und technischen Geräte durch die damit einhergehende Vernetzung ihre Lebensqualität erhöhen.

–   Bei den Breitbandanschlüssen prognostizieren Experten in Deutschland bis 2015 eine Verdopplung auf 36 Mio. Anschlüsse. Ebenfalls soll es mögliche Datenübertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 100 Mbit/Sekunde geben.

–   Die Nutzung von modernen Kommunikationsformen nimmt zu; zum Beispiel sind 50 % der Befragten Mitglied in einem Social Network.

–   Die digitale Vernetzung erhöht sich nach Einschätzung der Experten in allen Lebensbereichen.

In Bezug auf die einzelnen Lebensbereiche wurde herausgearbeitet:

–   In der Freizeit haben die digitalen Medien eine hohe Bedeutung, da sich 72 % der Befragten ihre Freizeit ohne Telekommunikation und Internet nicht mehr vorstellen können.

–   Für 57 % spielt die Vernetzung mit der Familie und mit Freunden eine wichtige Rolle. 51 % könnten ohne Internet und Telekommunikation Freundschaften und die Beziehung der Familie nicht aufrecht erhalten.

–  Der Trend führt zu mobilem und internetbasiertem Arbeiten, da 63 % der Befragten für ihre Arbeit auf das Internet angewiesen sind.

–  Das digitale Einkaufen und der Online-Preisvergleich nehmen an Bedeutung zu.

Weitere Informationen über die Studie, ihren Aufbau, Beschreibungen zu den Ergebnissen und ein Ausblick auf die Zukunft gibt es auch auf der Homepage der Studie “Digitales Leben”.

Ausbau der Ortungsdienste

In dem Artikel der New York Times ebenso wie von Golem und Focus Online wird über Pläne von Facebook berichtet, bald für seine Nutzer die Möglichkeit anzubieten, an Statusmitteilungen auch Informationen über den aktuellen Aufenthaltsort anzuhängen. Noch gibt es darüber nach Angaben der New York Times keine Auskunft von Facebook, allerdings könnte die Funktion auf der nächsten Entwicklerkonferenz von Facebook im April vorgestellt werden.

Nutzer, die Facebook mobil über ihr Handy nutzen, könnten dann von jedem beliebigen Ort anderen Nutzern mitteilen, wo sie sich gerade befinden. Die Idee der Ortungsdienste ist nicht neu, da bereits neben Google Buzz auch Foursquare oder Gowalla einen solchen Dienst anbieten. Die Frage ist aber, welche Auswirkungen dieser Dienst und die damit einhergehende ständige Lokalisierbarkeit auf unseren Alltag haben werden und welche Vorteile, aber auch welche Nachteile sich daraus ergeben können.

Wenn ständig von anderen Personen nachvollzogen werden kann, wo wir uns gerade befinden, wird der Alltag von Personen schnell transparent und die Privatsphäre mit unter eingeschränkt. Da die Verwendung aber bei Facebook freiwillig sein würde, kann demnach jeder für sich selbst entscheiden, ob er ihn nutzen und wie viel er preisgeben möchte. Ortsbezogene Dienste sind natürlich für die Werbung interessant, da sie an den Nutzer und seine Umgebung angepasste Werbung einbringen können. Dass von solchen Status- und Ortsmitteilungen aber auch mögliche Gefahren ausgehen können, erläutert dieser Artikel von Golem.

Für die Freizeitnutzung mit Freunden können Informationen über Aufenthaltsorte mit Sicherheit eine interessante Neuerung zum Beispiel für Jugendliche sein, genauso wie für Eltern, die einen Überblick haben, wo sich ihre Kinder befinden. Allerdings gibt es auch Personengruppen aus dem eigenen Umfeld, bei denen es unter Umständen Nachteile haben kann, ständig verortbar zu sein.

Christian Stöcker diskutiert in seinem Artikel bei Spiegel Online die Möglichkeiten der Nutzung sowie Vor- und Nachteile. Klar wird dort aber auch, dass man noch nicht abschätzen kann, welche Auswirkungen solche Ortungsdienste wirklich haben werden, und dass es in einigen Jahren vielleicht etwas ganz normales ist. Daher bleibt abzuwarten, ob Facebook diesen Dienst bereitstellt und wie die Nutzer dann damit umgehen.

State of the Internet

Als Ergänzung zu unserem Eintrag “34 GB an Informationen” gibt es in Form des Videos “The State of the Internet” von JESS3 noch eine interessante Darstellung von Zahlen und Daten rund um das Internet. Demnach gab es zum Beispiel allein zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 234 Millionen neue Websites im Netz.

Ebenso verzeichnet Facebook laut dem Video 260 Milliarden Seitenaufrufe im Monat, was etwa 6 Millionen Aufrufe pro Minute bedeutet. Und auf YouTube werden jeden Tag 1 Milliarde Videos bereitgestellt, was knapp unter 700.000 Videos in der Minute entspricht. Dies zeigt erneut, wie gigantisch die Dimensionen und die Nutzung des Internets heute sind.